Starke Regelblutungen verstehen und was sie bedeuten

Starke Regelblutungen verstehen und was sie bedeuten

Es gibt viele Gründe, warum es zu einer starken Menstruationsblutung kommen kann – von einem hormonellen Ungleichgewicht bis hin zu Erkrankungen wie Endometriose. Die gute Nachricht ist: Wenn es Ursachen für übermäßige Menstruationsblutungen gibt, gibt es auch Behandlungsmöglichkeiten.

Was macht eine Periode „stark“?

Zwar kann die persönliche Definition einer starken Periode von Person zu Person variieren, doch laut medizinischer Fachliteratur gilt eine Periode als stark, wenn über mehrere Stunden hinweg stündlich so viel Blut austritt, dass eine Binde oder ein Tampon durchtränkt wird (oder die Menstruationstasse geleert werden muss). Weitere Anzeichen sind, dass man sein Menstruationsprodukt nachts wechseln muss, dass Blut auf die Kleidung oder die Bettwäsche durchdringt, dass Blutgerinnsel von mehr als 2,5 cm ausgeschieden werden oder dass die Periode länger als 7 Tage dauert.

Grundsätzlich gilt: Wenn deine Periode deinen Schlaf und deine täglichen Aktivitäten beeinträchtigt, hast du eine starke Periode.

Die meisten Frauen verlieren während ihrer Periode weniger als 16 Teelöffel Blut (80 ml), wobei der Durchschnitt bei etwa 6 bis 8 Teelöffeln liegt.

Als starke Menstruationsblutung gilt ein Blutverlust von 80 ml oder mehr pro Periode, eine Periodendauer von mehr als 7 Tagen oder beides.

Starke Regelblutungen sind zweifellos unangenehm und lästig, doch bei etwa 50 % der Betroffenen liegen keine zugrunde liegenden Ursachen vor.

Könnte es einen medizinischen Grund geben?

Es gibt einige Erkrankungen der Gebärmutter und der Eierstöcke, die zu starken Blutungen führen können. Wenn Sie sich also wegen Ihrer Blutungen Sorgen machen, Ihre Regelblutungen stärker geworden sind oder Sie zusätzlich andere Symptome wie Regelschmerzen oder Zwischenblutungen haben, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen.

Zu den Faktoren, die Ihren Blutfluss beeinflussen können, gehören:

  • Uterusmyome. Diese gutartigen Wucherungen der Gebärmutter treten am häufigsten im gebärfähigen Alter auf. Sie können unterschiedlich groß sein, und es kann sich um ein einzelnes Myom oder um mehrere handeln. Das Interessante daran ist, dass viele Frauen zwar Myome haben, dies aber nicht wissen, da sie keine Symptome verursachen.
  • Ein hormonelles Ungleichgewicht. Ihre Hormone leisten viel für Ihren Körper, und manchmal geraten sie ein wenig aus dem Gleichgewicht. Ein hormonelles Ungleichgewicht kann verschiedene Ursachen haben, darunter das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) und Endometriose. Die Anzeichen sind vielfältig und umfassen unter anderem Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Gewichtszunahme, eine verminderte Libido, Depressionen und Müdigkeit. All diese Faktoren können zu einer stärkeren Menstruation als normal beitragen.
  • Fehlgeburt. Der Verlust des Fötus vor der 20. Woche wird als Fehlgeburt bezeichnet. Nicht nur die körperlichen Belastungen, die damit einhergehen, können zu starken Regelblutungen führen, sondern auch der damit verbundene Stress.
  • Eileiterschwangerschaft. Normalerweise wird eine Eizelle von den Eierstöcken freigesetzt, von Spermien in den Eileitern befruchtet und wandert dann in die Gebärmutter. Manchmal – in bis zu 1 von 50 Schwangerschaften – verbleibt die Eizelle jedoch in den Eileitern. Dies wird als Eileiterschwangerschaft bezeichnet und kann die Ursache für starke Regelblutungen sein.
  • Adenomyose. Die Adenomyose gilt als gutartige Erkrankung und tritt auf, wenn die Gebärmutterschleimhaut in die Muskelwand der Gebärmutter hineinwächst. Obwohl diese Erkrankung nicht lebensbedrohlich ist, kann sie zu schmerzhaften Krämpfen und starken Blutungen führen.
  • Entzündung des Beckenraums (PID). Jährlich sind etwa 1 Million Frauen von einer PID betroffen. Sie entsteht, wenn der Gebärmutterhals mit krankheitserregenden Organismen in Kontakt kommt. Die häufigste Ursache sind sexuell übertragbare Infektionen, aber auch Schwangerschaftsabbrüche, Geburten und andere Eingriffe im Beckenbereich können dazu führen.

Je nachdem, was Ihr Arzt feststellt, verschreibt er Ihnen möglicherweise ein Verhütungsmittel, Medikamente oder empfiehlt sogar einen chirurgischen Eingriff.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Wenn Sie unter starken oder anhaltenden Menstruationsblutungen leiden oder Bedenken hinsichtlich Ihrer reproduktiven Gesundheit haben, wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte medizinische Fachkraft. Jeder Körper ist einzigartig, und eine individuelle medizinische Beratung ist für eine angemessene Versorgung unerlässlich.

Foto: mit freundlicher Genehmigung von Pinterest