Die psychische Gesundheit von Jugendlichen im Fokus: Förderung des emotionalen Wohlbefindens im Jugendalter

Die psychische Gesundheit von Jugendlichen im Fokus: Förderung des emotionalen Wohlbefindens im Jugendalter

Jedes Jahr am 10. Oktober begeht die Weltden Weltgesundheitstag für psychische Gesundheit, eine globale Initiative zur Sensibilisierung und Förderung des psychischen Wohlbefindens. Jugendliche stehen vor ganz besonderen Herausforderungen – von hormonellen Veränderungen und der Suche nach der eigenen Identität bis hin zu schulischem Leistungsdruck und digitaler Überlastung.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leidet weltweit jeder siebte Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren an einer psychischen Erkrankung. Dennoch bleiben die meisten Fälle unerkannt und unbehandelt, insbesondere in Ländern mit eingeschränktem Zugang zur medizinischen Versorgung.

Pubertät, PMS und emotionale Schwankungen: Was passiert da im Inneren?

Hormonelle Veränderungen während der Pubertät – darunter Östrogen, Progesteron und Testosteron – können die Stimmung, den Schlaf und die Emotionsregulation erheblich beeinflussen. Bei vielen Jugendlichen äußert sich dies wie folgt:

  • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit;
  • Verstärkte Ängste oder Traurigkeit;
  • Schlafstörungen;
  • Erhöhte Stressempfindlichkeit.

Bei Mädchen kann das PMS (prämenstruelles Syndrom) emotionale Symptome verstärken. Bis zu 75 % der Mädchen im Jugendalter leiden unter PMS-bedingten Stimmungsschwankungen, und etwa 3 bis 8 % sind von einer PMDD (prämenstruelle dysphorische Störung) betroffen, die schwere emotionale Belastungen verursacht.

Weltweite Statistiken zur psychischen Gesundheit: Ein Weckruf

  • Psychische Erkrankungen machen 15 % der weltweiten Krankheitslast bei Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren aus;
  • Depressionen, Angstzustände und Verhaltensstörungen sind die Hauptursachen für Erkrankungen und Behinderungen in dieser Altersgruppe;
  • Angststörungen betreffen:
    • 4,4 % der 10- bis 14-Jährigen
    • 5,5 % der 15- bis 19-Jährigen
  • Depression betrifft:
    • 1,4 % der 10- bis 14-Jährigen
    • 3,5 % der 15- bis 19-Jährigen
  • Selbstmord ist nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen bei jungen Menschen; im Jahr 2021 kamen weltweit über 727.000 Menschen dadurch ums Leben.
  • Die Weltwirtschaft erleidet jährlich Verluste in Höhe von über 1 Billion US-Dollar aufgrund unbehandelter psychischer Erkrankungen.

Wie Eltern und Betreuer helfen können

Die Förderung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen beginnt mit Präsenz, Einfühlungsvermögen und Aufklärung. So können Sie etwas bewirken:

Zuhören, ohne zu urteilen

  • Schafft sichere Räume für offene Gespräche
  • Vermeiden Sie es, Gefühle herunterzuspielen oder abzutun
  • Nimm Gefühle ernst, auch wenn du sie nicht ganz verstehst

 Fördern Sie gesunde Gewohnheiten

  • Schlaf sollte Priorität haben (8–10 Stunden für Jugendliche)
  • Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung fördern
  • Die Bildschirmzeit begrenzen und Offline-Hobbys fördern

Emotionale Kompetenz vermitteln

  • Helfen Sie Jugendlichen dabei, ihre Gefühle zu benennen und zu verstehen
  • Führen Sie Bewältigungsstrategien wie Tagebuchschreiben, Atemübungen oder Achtsamkeit ein
  • Lassen Sie emotionale Regulierung durch Ihr eigenes Verhalten vorleben

Wissen, wann man Hilfe suchen sollte

  • Achten Sie auf Anzeichen von anhaltender Traurigkeit, Rückzug, Selbstverletzung oder Leistungsabfall in der Schule
  • Wenden Sie sich an Schulberater, Kinderärzte oder Fachleute für psychische Gesundheit
  • Nutzen Sie weltweite Hotlines und auf Jugendliche ausgerichtete Plattformen

Wo Sie Hilfe finden (Internationale Ressourcen)

  • WHO: Psychische Gesundheit von Jugendlichen
  • UNICEF – Psychologische Unterstützung für Jugendliche
  • Child Mind Institute – Hilfsmittel für Eltern und Jugendliche
  • TherapyRoute – Weltweites Verzeichnis von Fachkräften im Bereich der psychischen Gesundheit
  • Teen Line – Unterstützung durch Gleichaltrige und Krisenhilfe

Psychische Gesundheit ist kein Luxus – sie ist eine Notwendigkeit. Jugendliche bewegen sich in einem komplexen emotionalen Umfeld und benötigen einfühlsame Unterstützung, verlässliche Informationen und Zugang zu Hilfe. Der Weltgesundheitstag erinnert uns daran, dass wir zuhören, lernen und handeln müssen – nicht nur im Oktober, sondern jeden Tag.

Quellen:

  1. Psychische Gesundheit von Jugendlichen: Statistiken für 2025 – TherapyRoute, https://www.therapyroute.com/article/youth-mental-health-2025-statistics-by-therapyroute
  2. WHO – Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen weltweit übersteigt eine Milliarde, https://news.un.org/en/story/2025/09/1165759

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Er stellt weder eine medizinische Beratung noch eine Diagnose oder Behandlung dar. Für eine individuelle Betreuung wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Fachkraft für psychische Gesundheit.

Foto: mit freundlicher Genehmigung von Pinterest (Alev Neto)