Die Anatomie der weiblichen Lust

Die Anatomie der weiblichen Lust

Wir alle kennen die „Vögel und Bienen“-Version der Sexualaufklärung: Spermium trifft Eizelle, neun Monate später kommt das Baby zur Welt. Was in diesem Zusammenhang jedoch oft außer Acht gelassen wird, ist Folgendes: Deine Genitalien dienen nicht nur der Fortpflanzung, sondern sind auch für die Lust da.

Zu verstehen, welche Körperteile dafür sorgen, dass du dich wohlfühlst, kann dir dabei helfen, herauszufinden, was dich anmacht (und was nicht). Dieses Wissen ist sehr wertvoll. Ob allein oder mit einem Partner – deinen Körper kennenzulernen ist die Grundlage für ein gesundes, erfülltes Sexualleben.

Der Geist siegt über die Materie

Das Gehirn ist Ihr größtes Sexualorgan. Genauer gesagt ist der Hypothalamus eine Schaltzentrale, die Hormone wie Dopamin, Serotonin, Oxytocin und Vasopressin reguliert, die alle das Verlangen und die Erregung beeinflussen:

Erogene Zonen: jenseits der Genitalien

Deine Genitalien sind eine wichtige Lustzone, aber sie sind nicht die einzige. Erogene Zonensind Bereiche mit einer hohen Konzentration an Nervenenden, die Lustsignale an dein Gehirn senden.

Zu den gängigen erogenen Zonen gehören:

  • Hals;
  • Lippen;
  • Brüste;
  • Innenseiten der Oberschenkel.

Probier verschiedene Berührungen aus – leichte Streicheleinheiten, festeren Druck, Küssen oder sanftes Beißen –, um herauszufinden, was sich für dich am besten anfühlt. Sobald Sie wissen, welche Körperteile sich gut anfühlen, können Sie sie in das Vorspiel einbauen

Klitor-was? – Das Kraftwerk der Lust

Die Klitoris ist das einzige Organ im menschlichen Körper, das ausschließlich dem Lustempfinden dient. Und sie ist viel größer, als die meisten Menschen denken.

  • Die sichtbare Spitze (Eichel) ist erst der Anfang;
  • Die gesamte Klitoris erstreckt sich im Inneren in Form eines Gabelbeins und ist etwa 9 cm lang;
  • Es enthält 8.000 Nervenenden – doppelt so viele wie der Penis;
  • 50–75 % der Frauen benötigen eine Stimulation der Klitoris, um zum Orgasmus zu kommen.

Wissenswertes:

  • Die Klitoris variiert in Form und Größe;
  • „Klitoris“ leitet sich vom griechischen Wort für „Schlüssel“ ab;
  • Erregte Vaginas können sich auf das Doppelte ihrer normalen Größe ausdehnen;
  • Die meisten Nervenenden der Scheide befinden sich im äußeren Drittel des Scheidenkanals.

Dieser Teil Ihrer Vulva ist die Schlüssel zum Lustempfinden, zumindest für die Mehrheit der Frauen. Laut eine von Cosmo durchgeführte Studie, 38 % der Frauen geben an, dass sie nicht genügend Stimulation der Klitoris erhalten, um zum Orgasmus zu kommen. Das liegt daran, dass es für die meisten Frauen viel schwieriger ist, allein durch den Geschlechtsverkehr zum Orgasmus zu kommen, ohne dass die Klitoris dabei stimuliert wird.

Der G-Punkt: Mythos oder Magie?

Der G-Punkt befindet sich 2–3 Zoll tief in der Scheide an der Vorderwand. Versuchen Sie, ihn mit Ihrem Finger durch eine „Komm-her“-Bewegung zu finden. Er existiert zwar tatsächlich, aber nicht jeder empfindet seine Stimulation als angenehm, und das ist völlig normal. Einige Forscher gehen davon aus, dass der G-Punkt Teil des größeren Klitoris-Netzwerks ist, was erklärt, warum sich die Stimulation an dieser Stelle für manche als angenehm anfühlt, für andere hingegen nicht.

Deine Klitoris, dein G-Punkt, deine erogenen Zonen und dein Gehirn tragen alle zum sexuellen Vergnügen bei, aber das ist erst der Anfang. Jeder Körper ist anders. Das Wichtigste ist, dass du auf Entdeckungsreise gehst, experimentierst und darauf hörst, was sich für dich gut anfühlt.

Foto: mit freundlicher Genehmigung von Pinterest